9. Bremerhavener City Marathon

Als gebürtiger Bremerhavener freue ich mich immer wieder, in meiner Heimatstadt zu laufen. Sei es beim Seemeilenlauf, dem Vorsilvesterlauf oder aber beim diesjährigen Bremerhaven Marathon.

Mittlerweile hat der City Marathon seine 9. Auflage erreicht. Im Laufe der Jahre wurden die Wegstrecken desöfteren geändert. Verlief die Strecke bei den ersten beiden Malen noch von Nord nach Süd, so wurden die Läufer später zwischenzeitlich durch den Fischereihafen geführt. Auch fand der Lauf schon mal Abends mit Fackelbeleuchtung statt. Mittlerweile hat sich aber eine andere Strecke etabliert, die seit einigen Jahren gelaufen wird.

Je nach Distanz mußte diese Runde dann einmal, zweimal oder viermal durchlaufen werden. Bei den Strecken 30km und 10km mit kleinen „Abkürzungen“, bzw. Änderungen beim Rundenverlauf.

Erfreulicherweise entschieden sich viele von uns, beim Bremerhaven Marathon mitzumachen.

Alex wollte einen Halbmarathon laufen, Christina und Dirk die 30 Kilometer, Dagmar, Klaus und Josef die Staffel. Aufgrund der fehlenden vierten Person erklärte sich der Triathlet Sören sofort bereit, uns auszuhelfen und schon war die Staffel komplett. 5 Tage vor dem Lauf fiel dann auch noch Josef mit einer Verletzung aus. Hierfür sprang sofort, ohne Wenn und Aber, unser Lauffreund Frank ein. Meine Wenigkeit wollte sich mal wieder, nachdem ich letztes Jahr die 30km absolviert hatte, die Marathonstrecke antun.

Los ging das Veranstaltungs-Wochenende für uns am Sonnabend mit der Nudelparty im Karstadt Restaurant. Erstaunlicherweise war dort kaum Andrang und das obwohl das Pastaessen für alle Läufer kostenlos war. Als Anmerkung sei hier erwähnt, daß in den ersten Jahren, seit der 1. Veranstaltung im Jahre 2005, man früher dafür noch Schlange stehen mußte.

Sonntags fiel dann um 10 Uhr der Startschuß für alle Wettbewerbe. (ausgenommen der Kinderläufe)

Bei regnerischem Wetter startete Dagmar als erste Staffelläuferin. Auch wir anderen starteten zur selben Zeit. Für Christina war es der erste Wettkampf nach diversem Verletzungspech und so gut wie keinem Training im Vorfeld.

Nach 56 Minuten war die 1. Runde für Dagmar geschafft und Klaus löste sie ab. Wir jüngeren schafften die für uns erste Runde etwas schneller. So hatte Alex die Runde mit ca. 48 Minuten absolviert. Meine Wenigkeit brauchte für die 1. Runde zirka 51 Minuten (4:50er Pace).

Nach zwei Runden und einer Superzeit von 1:37:45 für den Halbmarathon kam Alex ins Ziel. Klaus wiederum, der zweite Staffelläufer, brauchte für die 2. Runde 50 Minuten. Für Christina war dieser Lauf eine Art Testlauf-/Trainingslauf. Sie wollte testen, ob ihre Verletzung endlich auskuriert ist und sie schmerzfrei wieder eine lange Strecke laufen kann. Den 2. Rundenabschnitt überquerte sie ohne ihren Begleiter Dirk. Dieser mußte ärgerlicherweise zwischenzeitlich aufgrund einer Verletzung den Lauf abbrechen. Ich selber bin die zweite Runde ein wenig langsamer geworden und mein Pace für die zweiten 10,5km war auf zirka 5 min/km gestiegen.

Nach einer tollen Zeit von 2:42:37 kam dann nach 3 Runden und 30 Kilometern Christina ins Ziel und das mit fast keinem Training. Sie wurde dann sogar Erste in Ihrer Altersklasse und Gesamtvierte.

Die dritte Runde der Staffel lief unser Kumpel Frank. Dieser holte mich dann, für ihn nach zirka 5 Kilometern und für mich nach zirka 26 Kilometern, ein. Mittlerweile hatte ich Mühe, mein Tempo zu halten. Dieses merkte Frank auch und zog mich dann die nächsten Kilometer. Die 10,5 Kilometer-Runde absolvierte er in 51 Minuten, wobei er sicherlich schneller gewesen wäre, wenn er mich nicht einige Kilometer begleitet hätte…

Schlußläufer der Staffel war unser Triathlet Sören. Dieser versuchte, auf der letzten Runde noch einige Minuten wettzumachen und überholte so noch den ein oder anderen Staffelläufer. So brauchte er für die 10,5km Runde schlußendlich nur 48:55 Minuten. Bedenkt man, daß Sören am 14.7., also 4 Wochen vorher, noch in Roth die Langdistanz des Triathlons (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen) mitmachte, eine bemerkenswerte Zeit. Als Anmerkung sei noch erlaubt, daß Sören in Roth nach dem Schwimmen, dem Radfahren kurz vor dem Ziel nach 25 Kilometern Laufen aufgrund von Magenproblemen, (wie sich später herausstellte ein Riss in der Speiseröhre) aufgeben mußte. Nach der Genesung dieser Verletzung hatte auch er nicht gerade eine ideale Vorbereitung für den Bremerhaven Marathon.

Am Ende schaffte es unsere Marathonstaffel mit Dagmar, Klaus Frank und Sören auf’s Treppchen. Sie holte den 2. Platz in dieser Wertung hinter der Staffel der Fight Fabrik.

Ich selber konnte auf meiner letzten Runde leider nicht mehr mein Anfangstempo halten. So verlor ich auf der letzten Runde einige Minuten und lief dann in einer Zeit von 3:35:56 durchs Ziel.

Der Sieger Oliver Sebrantke brauchte übrigens für die Marathon Distanz nur 2:42:38 Stunden.

Bei der Halbmarathondistanz wiederum fehlten dem Wremer Meik Hetmann nur 6 Sekunden zum Sieg. Hetmann lief fantastische1:23:50! Diese Zeit langte aber nicht um den Pinneberger Johannes Jacobsen zu schlagen. Dieser brauchte nur 1:23:45.

Der Sieg für die 10 Kilometer blieb in Bremerhaven. Der OSC-Triathlet Andreas Römhild benötigte für die Strecke 37:46 Minuten.

Und in der 5 Kilometer Distanz konnten örtliche Nachwuchsläuferinnen gewinnen. So wurde Lea-Marie Kiel vom TV Loxstedt Erste bei den Frauen in einer Zeit von 22:59. Platz 2 erreichte Merle Staschen mit einer Zeit von 24:45. Platz 3 wiederum ging an eine Läuferin vom TV Loxstedt. Lisa Welk schaffte die 5km in 25:15 Minuten.

Fazit:

Leider ist die Euphorie, wie sie noch bei den ersten Marathon Veranstaltungen herrschte, mittlerweile vorbei.

So waren z. B. auf der Strecke weniger Zuschauer wie noch in den ersten Jahren.

Auch lief die Veranstaltung dieses Jahr wieder nicht ohne Fehler ab. Nachdem es die letzten Jahre immer wieder diverse Mängel vom Veranstalter gab, durfte es auch heuer nicht reibungslos ablaufen. So sollen von den angeblich 1500 bestellten Finisher-Medaillen nur 150 angekommen sein. Dies sorgte bei vielen Läufern für Unmut sowie auch Spott für den Veranstalter Carsten Decker, da es die Jahre zuvor auch schon einige „Mankos“ gab. Einige vermuteten sogar, daß diese gar nicht bestellt wurden.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Bei den Wendepunkten sorgten Einweiser dafür, daß es dieses Jahr keine Fehler bei den verschiedenen Distanzen gab.

Bleibt zu hoffen, daß es im nächsten Jahr, der 10jährigen Jubiläumsveranstaltung, mal ohne Mängel abläuft und es wieder mehr Unterstützung gibt. Sei es von den Bremerhavenern allgemein in Punkto Anfeuerung der Läufer, vom Sponsoring her, daß auch mal andere größere örtliche Firmen die Veranstaltung unterstützen und die Medien mehr Werbung für den Bremerhaven Marathon machen. Ansonsten muß befürchtet werden, daß die Veranstaltung immer weniger Teilnehmer anzieht und ausstirbt.

Michael